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Tango tanzen wie in Argentinien: wo die Musik erklingt finden sich auch Tänzer ein, egal ob auf der Straße, im Einkaufszentrum oder – im hohen Foyer in der Südmagistrale des Mindener Klinikums.

Geschäftsleitung und Personalrat der »Kliniken im Mühlenkreis (AöR)« hatten mit der Gewerkschaft ver.di den 10. Mai 2015 zum Aktionstag für kommunale Selbstbestimmung im Gesundheitswesen ausgerufen. Die Mühlenkreis-Kliniken sind nämlich, wie nur noch ganz wenige Kranken­häuser, als AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) in kommunaler Hand.

Im Mindener Bündnis gegen die Handelsabkommen TTIP, CETA und TiSA gibt es auch einige Tango­tänzerinnen und -tänzer. Das Bündnis wurde eingeladen im Klinikum eine Milonga zu organisieren. So waren am Muttertag von 14 bis 17 Uhr im Eingangs­bereich des Klinikums Tangoklänge zu hören. Um die zahlreichen Tanzpaare herum gab es Filme, Informationen, das »Spiele und teile«-Spiel, wandelnde Handelshemmnisse … und viele gute Gespräche. Der Video-Journalist Hans-Peter Dürhager hat Momente dieses auch für viele Gäste und Patienten unvergesslichen Tages in einem Film festgehalten.

Kaum ein Land eignet sich besser als Argentinien, um zu sehen was geschieht, wenn der Staat die Kontrolle über Landwirtschaft, Ökonomie, Umweltstandards und Gesundheitswesen an Großkonzerne verliert – die gleichen Konzerne, die über die sogenannten Freihandelsabkommen CETA, TTIP und TiSA leichter Zugang zum europäischen Markt bekommen wollen. Argentinien wurde bereits mehrfach von Großkonzernen vor privaten, geheim verhandelnden Schiedsgerichten – diese sind auch in CETA und TTIP geplant – zu Zahlungen verklagt.

Wenn das Freihandelsabkommen CETA zwischen Kanada und der EU, das seit Sommer 2014 fertig ausgehandelt ist, im Juni ratifiziert würde, steigt das Risiko, dass internationale Medi-Konzerne über Briefkastenfirmen in Kanada europäische Kommunen vor geheimen, privaten Schiedsgerichten verklagen könnten, wenn die sich weigern, kommunale Gesundheitseinrichtungen zu privatisieren.

Eine Millionenklage gegen Minden, weil die Stadt ihr Krankenhaus nicht verkaufen will … wer will überhaupt nur über so etwas nachdenken müssen?

Als Mütter und Väter wollen wir nicht zulassen, dass die Zukunft unserer Kinder verkauft wird! Denn die Handels­abkommen enthalten Bestimmungen, die es den beteiligten Staaten schwer bis unmöglich machen, später Standards zu erhöhen oder neu einzuführen um Menschen und Umwelt zu schützen. Und wenn die Abkommen erst einmal unter­zeichnet sind, können sie nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Das bedeutet im Klartext: wenn wir uns nicht wehren, überlassen wir die Zukunft unserer Kinder, Enkel und Urenkel den Freibeutern, die sich im Trojanischen Pferd inter­nationaler Abkommen verstecken.

Deshalb: Tango.gegen-TTIP!!!

muttertagsmilonga